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3 Min. Lesezeit

Warum Datenschutzgesetze die moderne IT-Sicherheit steuern?

Warum Datenschutzgesetze die moderne IT-Sicherheit steuern?

Der rechtliche Rahmen des Datenschutzes ist nicht mehr nur etwas für Juristen. IT-Fachleute stehen an vorderster Front, wenn es darum geht, sicherzustellen, dass Ihr Unternehmen mit dem wachsenden Netz von Datenschutzgesetzen konform geht. Diese Datenschutzbestimmungen sollen dem Einzelnen mehr Kontrolle über seine persönlichen Daten geben und gleichzeitig Unternehmen für den Umgang mit diesen Daten zur Verantwortung ziehen. Ganz gleich, ob Sie in einem Krankenhaus medizinische Aufzeichnungen verwalten oder die industriellen IoT-Systeme eines Fertigungsbetriebs überwachen, Ihre technischen Entscheidungen werden von diesen Gesetzen direkt beeinflusst.


In diesem Leitfaden werden die wesentlichen Rechtsnormen erläutert, die Sie kennen müssen, um Ihr Unternehmen und Ihre Benutzer wirksam zu schützen. Wir werden die wichtigsten Rahmenwerke in den USA und Europa untersuchen, um Ihnen zu helfen, eine sichere und konforme Infrastruktur aufzubauen.

A. Das Fundament: Europäische Datenschutzgesetze


In der Europäischen Union werden Datenschutzgesetze meist zentral auf EU-Ebene beschlossen, damit überall ähnliche Regeln gelten. In Ländern wie Deutschland (BDSG), Österreich (DSG) und der Schweiz (nDSG) werden diese durch nationale Gesetze ergänzt, um lokale Besonderheiten zu berücksichtigen.

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)

Die DSGVO ist das wichtigste der europäischen Datenschutzgesetze. Sie gilt unmittelbar in allen EU-Mitgliedstaaten und hat das Prinzip „Privacy by Design“ fest in der Softwareentwicklung verankert.

  • Ziele: Schutz der Privatsphäre und ein einheitlicher Datenmarkt in Europa.

  • Wichtige Inhalte: Das Recht auf Löschung von Daten und die Pflicht, Pannen innerhalb von 72 Stunden zu melden.

  • IT-Schwerpunkt: Systeme so bauen, dass nur so viele Daten wie nötig gesammelt werden (Datenminimierung).

  • Erkenntnisse & Compliance: Unternehmen müssen genau dokumentieren, was mit Daten passiert. Werden Daten ins Ausland geschickt, sind spezielle Schutzverträge (SCCs) nötig.

NIS2-Richtlinie

Diese Richtlinie reagiert auf die gestiegene Bedrohungslage für kritische Infrastrukturen und weitet die Sicherheitsanforderungen massiv aus.

  • Ziele: Ein höheres Sicherheitsniveau für die gesamte EU gegen Hackerangriffe.

  • Wichtige Inhalte: Sehr schnelle Meldepflichten bei Angriffen (24 Stunden) und die Verantwortung der Chefs für die Sicherheit.

  • IT-Schwerpunkt: Aufbau von Notfallteams und regelmäßige Prüfung der Systeme auf Schwachstellen.

  • Einhaltung: Firmen müssen beweisen, dass sie moderne Sicherheitstechniken (TOMs) einsetzen.

AI Act (KI-Verordnung)

Als weltweit erstes Gesetz seiner Art schafft der AI Act einen Rechtsrahmen für die Entwicklung und Nutzung von Künstlicher Intelligenz basierend auf einem risikobasierten Ansatz.

  • Ziele: KI soll sicher sein und keine Menschen diskriminieren.

  • Wichtige Inhalte: Verbot von gefährlicher KI und strenge Regeln für KI in der Medizin oder Technik.

  • IT-Schwerpunkt: Prüfung der Datenqualität und Sicherstellung, dass ein Mensch die KI kontrollieren kann.

  • Einhaltung: Entwickler müssen Risiken bewerten und sicherstellen, dass die KI nicht manipuliert werden kann.

Data Act (EU-Datenverordnung)

Dieses Gesetz bricht das Datenmonopol von Herstellern auf und regelt, wer auf Daten von vernetzten Produkten (IoT) zugreifen darf.

  • Ziele: Fairer Wettbewerb und leichterer Wechsel zwischen Cloud-Anbietern.

  • Wichtige Inhalte: Nutzer dürfen ihre eigenen Gerätedaten einfordern und mitnehmen.

  • IT-Schwerpunkt: Entwicklung von sicheren Schnittstellen (APIs) für den Datenaustausch.

  • Einhaltung: Geräte müssen so konstruiert sein, dass Datenexporte einfach und sicher möglich sind.

Cyber Resilience Act (CRA)

Der CRA schließt die Lücke bei der Produktsicherheit und nimmt Hersteller von Hardware und Software direkt in die Pflicht.

  • Ziele: Sicherstellen, dass Produkte keine offenen Hintertüren für Hacker haben..

  • Wichtige Inhalte: Pflicht zu Sicherheitsupdates für mindestens fünf Jahre.

  • IT-Schwerpunkt: Dokumentation aller Software-Bausteine (SBOM) und automatische Update-Funktionen.

  • Einhaltung: Nur Produkte mit dem CE-Siegel, die diese Datenschutzgesetze erfüllen, dürfen verkauft werden.

B. US-Datenschutzgesetze


In den Vereinigten Staaten gibt es kein einheitliches Bundesgesetz, das alle Datenschutzgesetze bündelt; stattdessen entsteht die Gesetzgebung aus einem Mosaik sektorspezifischer Bundesgesetze und zunehmend strenger werdender Gesetze einzelner Bundesstaaten. Während der Bund oft nur Teilbereiche wie Kinderdaten oder Gesundheitsinformationen reguliert, füllen Staaten wie Kalifornien die Lücke mit umfassenden Verbraucherschutzrechten.

  1. HIPAA (Health Insurance Portability and Accountability Act): Dieses Bundesgesetz ist für den Gesundheitssektor von entscheidender Bedeutung. Es regelt den Schutz von Patientendaten und schreibt technische Sicherheitsmaßnahmen vor, die auch europäische Dienstleister bei der Arbeit mit US-Gesundheitsdaten einhalten müssen.

  2. CCPA/CPRA (California Consumer Privacy Act): Diese kalifornischen Datenschutzgesetze gelten oft als De-facto-Standard in den USA. Sie gewähren Verbrauchern umfangreiche Informations- und Löschungsrechte, ähnlich wie die DSGVO.

  3. KCDPA (Kentucky Consumer Data Protection Act): Ein neues Gesetz aus Kentucky, das 2026 in Kraft treten wird. Es verpflichtet Unternehmen, die Datenerhebung zu minimieren und Datenschutz-Folgenabschätzungen durchzuführen.

C. Datenschutzgesetze und -vorschriften weltweit


Global betrachtet orientieren sich viele Nationen an europäischen Standards, passen diese jedoch an ihre lokalen politischen Gegebenheiten an, was die Datenschutzgesetze weltweit komplexer macht.

In Brasilien hat die LGPD (Lei Geral de Proteção de Dados) eine Struktur geschaffen, die der DSGVO sehr ähnlich ist und Unternehmen verpflichtet, einen Datenschutzbeauftragten zu benennen. China hingegen hat mit dem PIPL (Personal Information Protection Law) sehr strenge Vorschriften, die den Staat stark einbeziehen und den Datenexport streng kontrollieren – ein wichtiger Punkt für die globale Fertigungsindustrie. Kanada modernisiert derzeit seinen Rechtsrahmen mit dem Digital Charter Implementation Act, der das bisherige PIPEDA ersetzen soll, um höhere Bußgelder einzuführen, den Bürgern mehr Rechte zu geben und modernere Sicherheitsanforderungen für die IT festzulegen.

Die Zukunft der IT-Sicherheit liegt darin, dass Schutzmechanismen automatisch in jedes neue System eingebaut werden. Da sich globale Datenschutzgesetze ständig ändern, ist es wichtig, immer auf dem Laufenden zu bleiben – besonders in sensiblen Branchen wie der Medizin oder Produktion.

Ein Highlight im Kalender ist hier die Data Privacy Week, die jedes Jahr in der letzten Januarwoche stattfindet.

Sie ist die perfekte Gelegenheit, um sich über neue Trends zu informieren und zu lernen, wie man die digitale Souveränität des eigenen Unternehmens stärkt. Wer diese Entwicklungen versteht und umsetzt, schützt am Ende nicht nur Daten, sondern den Kern unseres digitalen Miteinanders. Datenschutz ist Teamarbeit zwischen Technikern, Juristen und der Geschäftsführung.

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