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Whaling: Hochwertige Ziele in der Cybersicherheit

Geschrieben von DriveLock | Nov 1, 2024 10:00:00 AM

Zu den zielgerichtetsten Formen von Cyberangriffen gehört das Whaling, eine spezielle Form des Phishings, die sich auf hochrangige Führungskräfte und Entscheidungsträger innerhalb eines Unternehmens konzentriert. Im Gegensatz zu Standard-Phishing-Angriffen, die in der Regel auf eine große Reichweite abzielen, handelt es sich beim Whaling um hochgradig personalisierte, überzeugende Schemata, mit denen Führungskräfte dazu gebracht werden sollen, sensible Informationen preiszugeben oder betrügerische Transaktionen zu genehmigen.

 

INHALT
  1. WAS IST WHALING IN DER CYBERSICHERHEIT?
  2. UNTERSCHIEDLICHE ARTEN VON WHALING-ANGRIFFEN
  3. WIE FUNKTIONIEREN WHALING-ANGRIFFE?
  4. BERÜHMTE BEISPIELE FÜR WHALING-VORFÄLLE
  5. MASSNAHMEN ZUM SCHUTZ VOR WHALING-ANGRIFFEN

 

Dieser gezielte Ansatz macht Whaling zu einer der gefährlichsten Cyber-Bedrohungen unserer Zeit. Zu verstehen, wie es funktioniert - und wie man es bekämpfen kann - ist für jedes Unternehmen, das seine Daten und Finanzen schützen will, unerlässlich. In diesem Artikel tauchen wir in die Welt des Whaling ein und untersuchen, wie es ausgeführt wird, warum es so effektiv ist und was Unternehmen tun können, um ihre wertvollsten Vermögenswerte und Mitarbeiter davor zu schützen, unwissentliche Opfer zu werden.

Warum hochrangige Führungskräfte zunehmend ins Visier von Cyberkriminellen geraten? Finden wir es heraus.

A. Was ist Whaling in der Cybersicherheit?


Whaling ist eine spezialisierte Form des Phishing, die sich gezielt an hochrangige Führungskräfte oder andere wichtige Personen innerhalb einer Organisation richtet. Der Begriff leitet sich vom englischen Wort 'whale' für Wal ab, was darauf hinweist, dass diese Angriffe auf die 'großen Fische' abzielen, die wertvolle Daten und Zugriffsrechte besitzen.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Phishing-Angriffen, die oft massenhaft und unspezifisch durchgeführt werden, sind Whaling-Angriffe gut recherchiert und individuell zugeschnitten. Die Täter investieren viel Zeit und Mühe, um ihre Opfer zu täuschen und ihnen sensible Informationen zu entlocken.

B. Unterschiedliche Arten von Whaling-Angriffen

Whaling-Angriffe können auf verschiedene Arten durchgeführt werden, darunter:

  • E-Mail-Betrug: Die Angreifer senden gefälschte E-Mails, die scheinbar von vertrauenswürdigen Quellen stammen, um das Opfer dazu zu bringen, vertrauliche Informationen preiszugeben oder schädliche Anhänge zu öffnen.

  • Telefonbetrug: In einigen Fällen rufen die Angreifer ihre Opfer direkt an und geben sich als vertrauenswürdige Personen aus, um Informationen zu erlangen.

  • Social Engineering: Angreifer nutzen soziale Netzwerke und andere Plattformen, um Informationen über ihre Ziele zu sammeln und diese dann für personalisierte Angriffe zu nutzen.

C. Wie funktionieren Whaling-Angriffe?


Whaling-Angriffe beginnen oft mit einer gründlichen Recherchephase, in der die Angreifer Informationen über ihr Ziel sammeln. Dies kann durch das Durchsuchen von sozialen Medien, Unternehmenswebsites und öffentlichen Aufzeichnungen geschehen.

  1. Die Zielperson ausspionieren: Anders als bei normalen Spam-Mails, die an Millionen Menschen gleichzeitig gehen, bereiten sich die Täter hier extrem gut vor. Sie suchen sich eine Führungskraft aus und sammeln alles über sie: Was schreibt sie auf LinkedIn? Welche Pressemeldungen gibt es vom Unternehmen? Wo macht sie gerade Urlaub?

    Das Ziel: So viel Wissen zu sammeln, dass sie später eine Nachricht schreiben können, die absolut echt wirkt.
  2. Die perfekte Tarnung basteln: Mit dem gesammelten Wissen schreiben die Betrüger eine E-Mail, die täuschend echt aussieht. Sie tun so, als wären sie ein wichtiger Geschäftspartner, ein Anwalt oder eine Behörde. Die E-Mail ist höflich, professionell und genau auf die aktuellen Projekte des Chefs zugeschnitten.

    Der Trick: Die Nachricht sieht so aus, als käme sie von jemandem, dem der Chef blind vertraut.
  3. Stress und Druck erzeugen: Die Nachricht landet im Postfach der Führungskraft und fordert sie zum schnellen Handeln auf. Meist geht es um eine „dringende Überweisung“ oder die „Freigabe geheimer Daten“.

    Die Methode: Die Angreifer spielen mit Gefühlen. Sie erzeugen Zeitdruck („Das muss bis 12 Uhr erledigt sein!“) oder nutzen die Hilfsbereitschaft aus, damit das Opfer vor lauter Hektik nicht genau hinsieht.
  4. Die Falle schnappt zu: Da die E-Mail so persönlich und glaubwürdig klingt, schöpft der Chef keinen Verdacht. Er überweist vielleicht eine große Summe Geld oder schickt sensible Passwörter ab.

    Das Problem: Weil Führungskräfte viel Macht und Zugriff auf Konten haben, ist der Schaden hier meistens riesig – es geht oft um Millionenbeträge oder den Diebstahl wertvoller Firmengeheimnisse.
  5. Spuren verwischen und weitermachen: Oft ist der Betrug nach der ersten Überweisung noch nicht vorbei. Die Angreifer bleiben freundlich in Kontakt, um noch mehr Geld oder Infos herauszulocken. Wenn sie genug haben, verschwinden sie. Die gestohlenen Daten werden dann oft im Dark Web (einem versteckten Teil des Internets für Kriminelle) verkauft.

D. Berühmte Beispiele für Whaling-Vorfälle


Ein bekanntes Beispiel für einen Whaling-Angriff ist der Fall von Mattel im Jahr 2015. In diesem Vorfall wurden Führungskräfte des Unternehmens durch eine gefälschte E-Mail dazu gebracht, 3 Millionen US-Dollar auf ein Bankkonto der Angreifer zu überweisen.

Ein weiteres Beispiel ist der Angriff auf Ubiquiti Networks im Jahr 2015, bei dem Cyberkriminelle 46,7 Millionen US-Dollar durch eine gezielte Whaling-Kampagne erbeuteten. Diese Vorfälle zeigen, wie verheerend Whaling-Angriffe sein können und wie wichtig es ist, sich dagegen zu schützen.

E. Maßnahmen zum Schutz vor Whaling-Angriffen


Unternehmen können verschiedene Maßnahmen ergreifen, um sich vor Whaling-Angriffen zu schützen:

  1. Sensibilisierung und Schulung der Mitarbeiter: Regelmäßige Cybersicherheitsschulungen sind von entscheidender Bedeutung, insbesondere für Führungskräfte und andere hochrangige Mitarbeiter, die ein Hauptziel für Whaling-Angriffe sind. Zu den Schulungen sollten das Erkennen von Phishing-Anzeichen, das Einüben sicherer E-Mail- und Kommunikationsgewohnheiten und das Verständnis der Taktiken gehören, die Angreifer zur Manipulation von Zielen einsetzen.

  2. Zwei-Faktoren-Authentifizierung (2FA): Die Implementierung von 2FA für E-Mails, Finanztransaktionen und den Zugriff auf sensible Daten bietet eine zusätzliche Sicherheitsebene. Selbst wenn es einem Angreifer gelingt, Anmeldedaten zu erhalten, benötigt er eine zweite Form der Verifizierung, was die Wahrscheinlichkeit eines unbefugten Zugriffs deutlich verringert.

  3. Strenge Überprüfungsprotokolle: Unternehmen sollten klare Protokolle zur Überprüfung von Finanzanfragen oder des Austauschs sensibler Informationen erstellen, insbesondere wenn diese von hochrangigen Führungskräften stammen. So kann beispielsweise eine Richtlinie, die eine mündliche oder persönliche Bestätigung vor der Bearbeitung großer Überweisungen oder der Genehmigung sensibler Aufgaben vorschreibt, impulsive Reaktionen auf Phishing-E-Mails verhindern.

  4. Erweiterte E-Mail-Sicherheitslösungen: Der Einsatz von fortschrittlichen E-Mail-Filter- und Bedrohungserkennungslösungen kann dazu beitragen, Phishing-Versuche zu erkennen und zu blockieren, bevor sie den Empfänger erreichen. Diese Tools nutzen maschinelles Lernen und Mustererkennung, um verdächtige E-Mails auf der Grundlage von Absenderreputation, ungewöhnlicher Sprache und anderen bei Phishing-Versuchen üblichen Merkmalen zu erkennen.

  5. Implementierung von rollenbasierten Zugriffskontrollen (RBAC): Die Beschränkung des Zugriffs auf sensible Informationen auf der Grundlage von Rollen innerhalb des Unternehmens kann den potenziellen Schaden minimieren, wenn ein Whaling-Angriff erfolgreich ist. So sollte beispielsweise nicht jede Führungskraft uneingeschränkten Zugang zu Finanzdaten oder sensiblen Systemen haben, es sei denn, dies ist für ihre Rolle unerlässlich. Auf diese Weise kann selbst ein kompromittiertes Konto nicht zu katastrophalen Datenverletzungen oder finanziellen Verlusten führen.

  6. Simulierte Phishing-Übungen: Die Durchführung von simulierten Phishing- und Whaling-Übungen kann ein wirksames Mittel sein, um die Bereitschaft von Führungskräften und anderen wichtigen Mitarbeitern zu bewerten und zu verbessern. Diese Übungen helfen dabei, Schwachstellen im Umgang mit Phishing-Versuchen zu erkennen und ermöglichen es Unternehmen, Lücken im Sicherheitsbewusstsein zu schließen.

  7. Pläne zur Überwachung und Reaktion auf Vorfälle: Die Einrichtung eines robusten Überwachungssystems und eines gut eingeübten Plans zur Reaktion auf Zwischenfälle stellt sicher, dass Unternehmen verdächtige Aktivitäten frühzeitig erkennen und im Falle eines Angriffs schnell handeln können. Eine frühzeitige Erkennung und Eindämmung kann den Schaden eines erfolgreichen Walfangversuchs begrenzen und seine Auswirkungen minimieren.

Durch die Kombination dieser Maßnahmen können Unternehmen das Risiko von Whaling-Angriffen erheblich reduzieren und ihre wertvollen Daten und Ressourcen besser schützen.

Der Schutz vor Whaling erfordert einen umfassenden Ansatz, der fortschrittliche Tools zur Erkennung von Bedrohungen mit Schulungen für Führungskräfte und klaren Protokollen zur Überprüfung von Anfragen kombiniert. Durch die Förderung einer Kultur des Bewusstseins, der Wachsamkeit und der Vorsicht - insbesondere bei Führungskräften auf höchster Ebene - können Unternehmen das Risiko, Opfer dieser gezielten Angriffe zu werden, erheblich verringern.

Letztendlich ist es wichtig, informiert zu sein und proaktiv zu handeln, um die wertvollsten Daten und Ressourcen Ihres Unternehmens vor den hohen Risiken des Whaling zu schützen. Denken Sie daran, dass im Bereich der Cybersicherheit ein gut vorbereitetes Team die erste Verteidigungslinie ist.